
Weihnachten mit Kindern fühlt sich oft wie ein Spagat zwischen Zauber und Wahnsinn an. Schon in der Vorweihnachtszeit müssen wir uns einen langen Atem antrainieren, um auch gerade auf die Ziellinie zusteuern zu können.
Auf der einen Seite: Durch Zucker aufgekratzte Kinder, tagtäglicher Streit um „mehr Süßes“, Frust & Reizüberflutung und ewig lange Einschlafbegleitungen, da alle vor Aufregung fast platzen…
Auf der anderen Seite liegt Plätzchenduft in der Luft, Weihnachtsklänge bewegen, Herzensmenschen werden in den Arm geschlossen, Weihnachmärkte und Lichterketten erleuchten die Welt – während große Kinderaugen strahlen.
Für viele Eltern bedeutet die Advents-und Weihnachtszeit leider oft zu viel Stress. Sie jonglieren zwischen Geschenkelisten, Keksteig und Terminen – dabei wollen sie in Wahrheit einfach nur zu Hause ankommen.
In diesem Blogartikel…
Dieses Weihnachtslied deckt es auf:
„Manch eine betet,
manch einer singt,
Manche, die wissen nicht, was es bringt
Einmal im Jahr gibt’s den Baum voller Licht
Weihnacht ist auch für mich“
Dieses Lied verrät uns zwischen den Zeilen den so wirkungsvollen – scheinbar banalen Grund, der Weihnachten so bedeutend für die Entwicklung von Kindern macht.
Und das Fantastische daran: Er nimmt direkt den Druck raus!
Für Kinder ist in erster Linie wichtig, dass Weihnachten ist. Verlässlich. Vorhersehbar. Vertrauensfördernd.
Im Nachbarhaus vielleicht anders gefeiert – völlig okay.
Mit dem Weihnachts-Ritual entwickeln sie wertvolle Überzeugungen, die Urvertrauen und Lebensfreude stärken:
Denn Rituale geben Sicherheit und Orientierung im Leben – Sie sind ein Anker, der unseren Platz im Leben festigt.
„Etwas zum Wünschen, etwas zum Geben
und nicht allein sein, mit andern leben,
Einmal im Jahr gibt’s den Baum voller Licht
Weihnacht ist auch für mich“
Für Kinder zählt in der Weihnachtszeit besonders eins: Zusammen sein.
Kinder wünschen sich auch aus dem Alltag auszubrechen und zur Ruhe zu kommen.
Sie wünschen sich Eltern, die da sind. Eltern, die sich zuwenden, die beobachten, die einen netten Rahmen schaffen, frei zu spielen. Eltern, die genießen.
Wie schön also mal gemeinsam, in Ruhe einen Kakao zu trinken, entspannt ein Buch vorzulesen oder wenn jeder unterm Dach, einfach etwas für sich macht.
Weit weg vom sonst hektischen Alltag, in dem euch die Zeit oft im Nacken sitzt und die Laune im Keller ist.
Es braucht nicht viel – erst recht kein Unterhaltungsprogramm oder nonstop-Interaktion. Es braucht eine Atmosphäre, die verbindet. Es braucht, sich gegenseitig zu spüren.
Keine Frage: Ohne planen, organisieren und absprechen funktioniert Weihnacht nicht. Diese Dinge passieren in der Regel aber zu viel.
Du kommst ins Wanken: Du nimmst den Moment nicht mit, sondern bist immer schon ein Stück zu weit in der Zukunft oder Vergangenheit:
Wenn ihr gemeinsam esst, denkst du schon über das Rezept für den Braten nach, wenn du mit deinem Kind sprichst, wendest du dich dem Geschirrberg zu, wenn du Geschenke einpackst, grübelst du über die Erwartungen anderer.
Mit anderen Worten: Du bist gar nicht da.
Achtsame Momente nehmen Stress, entschleunigen und lassen dich genießen.
Ja, es tut mal gut, Dampf abzulassen! Denn du wirst nicht drumrum kommen: Zwischendurch wirst du genervt sein.
Weihnachts-Romantik ist kein Dauerzustand. Schwierig wird es, wenn du an unrealistischen Erwartungen versteifst und alles zu persönlich nimmst.
Die Kekse werden anbrennen, du wirst auf deinen Weihnachts-Pulli kleckern und dein Kind wird meckern – über irgendwas.
Wenn Weihnachten nicht die beste Schule ist, Frust und Sichtweisen anderer zu begreifen, weiß ich auch nicht.
Ja, das Leben bringt Enttäuschungen mit sich – auch für unsere Kinder. Auch an Weihnachten.
Unser Job als Eltern ist nicht, Frust künstlich abzuwenden und jeden Wunsch zu erfüllen, sondern Frust fühlen zu lassen und zu begleiten. Enttäuschungen dürfen überwunden werden – denn das Leben darf weiter gehen!
Du darfst also auch deine Erwartungen klar aussprechen und euch als Team stark aufstellen.
Du bist von eigenen Kindheitserinnerungen geprägt und darfst hinterfragen, welche Rituale für dich noch stimmig sind. Erlaube dir, Muster aufzubrechen und aufzulockern: Muss die Vorbereitung wirklich so aufwändig sein? Wo könnt ihr es euch leichter machen? Was spricht dagegen, doch mal das Fertig-Produkt zu nehmen, statt selber zuzubereiten? Was spricht dagegen, nicht für alle Geschenke zu sorgen, sondern sich das ganze Aufzuteilen? Und was ist eigentlich mit den ganzen Glaubensfragen?
Kurzum: Wie Weihnachten bei dir genau aussieht, ist nicht in Stein gemeißelt sondern im Wandeln. Wie Weihnachten aussieht, hat auch mit Kompromissen zu tun. Wir verändern uns – unser Leben verändert sich auch.
In der Regel kommst du als Mama oder Papa in der Weihnachtshektik zu kurz. Je mehr es zu deinem wird, desto leichter wird sich Weihnachten für dich anfühlen. Es muss also nicht in Endlos-Schleife Rolf Zuckowski laufen, sondern auch das, was du gerne hörst.
Wie sieht dein Weihnachten aus?

Weihnachten mit Kindern ist magisch – denn Weihnachten erinnert uns daran, wie bedeutend es ist, dass wir da sind.
Weihnachten geht es nicht darum, einen Berg Geschenke zu bauen und alle wunschlos glücklich zu machen.
Weihnachten geht es nicht darum, nonstop gerührt und glückselig zu sein.
Es geht darum, Erinnerungen zu schaffen, die durchs Leben tragen –
indem wir dankbar sind, gemeinsam zu sein.
Lass uns gemeinsam diese liebevollen Momente aufflammen.
Weihnachten darf also ziemlich unaufgeregt sein – und braucht doch gar kein großes Weihnachts-Tamtam, oder?
Denn:
„Einmal im Jahr gibt’s den Baum voller Licht
Weihnacht ist auch für dich“
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Magda Wijanto
B. A. Kindheitspädagogin und zertifizierte Resilienztrainerin